Die Märkische Allgemeine schreibt am 30.04.2010:

Nicht, dass jemand denkt, wir hätten jetzt vor, die Fäkalsprache zu popularisieren. Doch eine solche Steilvorlage für diese Rubrik war einfach zu gut: Es gibt jetzt die „Kacke im Sack“ – jedenfalls lag ein Flugblatt mit besagtem Angebot gestern in Perleberger Briefkästen. Passt doch, wo heute wieder alle „auf die Kacke hauen“ wollen, ob bei der Perleberger Kneipennacht oder beim Tanz in den Mai am Pritzwalker Hainholzstadion.

Es handelt sich dabei aber nicht um Lösungsvorschläge für die Toilettenproblematík oder ein Behältnis für, sagen wir, Hundekot (klingt ja auch eher nach Katze). Vielleicht aber um die „Fundsachen“ in der Groß Buchholzer Kiesgrube? Mitnichten: Laut Flugblatt werden 12,5 Kilogramm Rinderdung als gekörnter Naturdünger für 5,55 Euro angeboten. Das ist erschwinglich und wenig Kies – wo es hier doch schon keine Asche gibt –, und es sei dahingestellt, ob dieser Inhalt etwas mit illegalem Bauschutt zu tun hat.

Wer die „Kacke im Sack“ anbietet, ist erst der Rückseite zu entnehmen, doch erfährt man bereits am unteren Rand der Vorderseite, dass es dort „12 000 Artikel des täglichen Bedarfs aus Insolvenzen, Zwangsauflösungen und Versteigerungen“ gibt. Säckeweise? Gibt ein insolventer Naturkorn-Rinderdung-Besitzer seine Bestände preisgünstig ab? Ob es sich dabei um den auf dem Flugblatt abgebildeten bärtigen Andenwollmützenträger handelt, oder wer ihn gedungen hat, lässt sich ebenfalls nur erahnen.

Angesichts dessen, dass in der Wirtschaftskrise einiges in die Hose geht und viele Betriebe, übertragen gesagt, in den Sack hauen, ist da für Warennachschub laufend gesorgt. Vielleicht, so ließe sich jetzt orakeln, kann man dort bald sogar Griechenland im Sondersack erwerben. Oder illegalen Bauschutt. Oder was auch immer. Denn merke: Wer „Kacke im Sack“ an den Mann oder die Frau kriegt, kann einem jedes Produkt, das sich nur mit Fäkalsprache charakterisieren lässt, verkaufen, auch wenn es sich dabei wirklich um die sprichwörtliche Katze im Sack handelt. (Von Bernd Atzenroth)

Nelly Blogger schreibt:

http://nelly.blogger.de/topics/unterwegs+mit+Nelly/

Die Website lustich.de berichtet:

http://lustich.de/bilder/werbung/kacke-im-sack/

Die Website in-online.de berichtet:

http://blog.ln-online.de/plakativ/8206

Plakativ
Von Holger | 10.September 2010

Bisher war ich ja immer der Meinung, Geld für Plakatwerbung ist rausgeschmissenes Geld. Nicht nur, weil ich das viel lieber für die online-Werbung hätte, sondern weil ich an mir selbst beobachte, daß ich noch nie irgendeine Web-Adresse, die mich beim Lesen an irgendeinem Plakat noch interessiert hatte, jemals wirklich aufrief. Weil ich die meist bis ins Büro vergessen hatte.
Image-Werbung ja, das ist okay. Die Botschafterin für fairen Handel fällt mir auf, das SHMF mit seinem Länder-Motto und natürlich auch das Blau der LN an den Litfaß-Säulen in Lübeck.
Aber Werbung für ein konkretes Produkt? Läuft per Plakat gar nicht. Dachte ich bis gestern.
Bis ich im nordwestmecklenburgischen Gadebusch an einem Riesen-Plakat vorbeifuhr, auf dem ein bäuerischer Typ für irgendwelchen tierischen Dünger warb. Und auf dem in gigantischer Schrift stand:
Kacke im Sack. 5 Euro 55.